Yogastunden
Yoga und Meditation

Warum Yogastunden für dich wichtig sind

Es ist echt manchmal ein Krampf. Mit der Welt und mit mir selbst. Wenns dann noch um Wohlfühlen und Atmosphäre geht, kanns echt unfassbar kompliziert werden. Nach zahlreichen Yoga-Videos auf Youtube will ich nun endlich auch mal regelmäßig in ein Studio gehen. Die Suche nach dem richtigen Stil, dem richtigen Lehrer, der richtigen Lage und nicht zu vergessen einem bezahlbaren Preis kann endlos sein.

Warum überhaupt Yogastunden nehmen?

…es geht doch auch mit Büchern, Videos und nach Gefühl!

Ich bin niemand, der sagt, du MUSST in ein Studio gehen um Yoga zu machen. Wenn du ein recht gutes Körpergefühl hast und dir nicht gleich die kompliziertesten Posen aussuchst, sondern ganz ruhig und langsam übst, dann wirst du dir wohl nicht gleich eine Verletzung zuziehen. Allerdings, und das merke ich sehr deutlich, wenn ich dann mal wieder eine bestimmte Pose direkt vorm Spiegel mache: manchmal fühlt es sich so richtig an und wenn man sich dann kontrolliert, sind die Füße nicht in einer Linie, ist die Hüfte nicht gerade, sind die Handgelenke nicht unter den Schultern. Und genau das führt dann zu falschen Belastungen und diese sind nicht zu unterschätzen. Ich bin kein Arzt, vielleicht schlagen alle Yogalehrer jetzt die Hände über dem Kopf zusammen, aber ich denke, gegen einen gemütlichen Start daheim, so zum Ausprobieren, ist nichts zu sagen. Willst du aber mehr – mehr Praxis, mehr Weiterentwicklung, mehr Benefits vom Yoga, dann solltest du Yogastunden nehmen.

Woher ich das weiß?

Nach meiner ersten Yogastunde in einem Studio hatte ich den Muskelkater meines Lebens. Okay, ich war auch noch so klug und bin den Tag danach Laufen gewesen. Aber auch davor habe ich es ordentlich gespürt. Nicht unangenehm, aber doch deutlich. Das zeigt mir: Yogastunden im Studio sind (schon allein wegen der Zeit von meist 90 Minuten) viel anspruchsvoller, gehen tiefer rein und du hast viel mehr Zeit, dich wirklich mit deinem Körper zu verbinden.

Die Angst vor richtigen Yogastunden

Oft halten wir uns ja selbst von Dingen ab, weil wir denken: das können wir nicht, da sind nur Profis, das kostet zu viel, das ist zu weit weg usw. Auch bei der Recherche nach Yogastunden sind die ein oder anderen Zweifel, Sorgen und Ängste in mein Hirn gekrochen:

  1. Da sind nur Profis
    Ich kann natürlich nicht von allen Yogastudios und Yogastunden dieser Welt sprechen. Aber zumindest in den beiden, in denen ich bisher war, war das Niveau gemischt. Ich war in reinen Anfängerkursen bzw. in Stunden, die ausdrücklich jedem Level offen standen. Und klar waren da auch Yogis, die krasse Posen hingelegt haben. Aber es waren auch Yogis dort, die wirklich blutige Anfänger waren. Aber irgendwann hört man auch auf nach links und rechts zu schauen, stattdessen steht die eigene Mitte im Vordergrund.
  2. Ich muss kein Geld für Yoga zahlen
    Musst du nicht, das stimmt. Aber da die Lehrer in den Videos oder im Buch dich nur auf Fehlerquellen hinweisen, dich aber nicht korrigieren können, solltest du zumindest ab und zu eine Yogastunde besuchen. Das ist echt Gold wert.
  3. Yogastunden sind spiritueller Quatsch
    Es gibt zig verschiedene Stile und ich bin zu neu in der Yogisphäre um sie alle zu erklären oder gar meine Erfahrungen mit dir zu teilen. Aber ich weiß, dass einige Yogastile spiritueller sind als andere. Da musst du für dich den richtigen Weg finden. Vielleicht sind einige Mantras auch erstmal befremdlich und du fühlst dich irgendwie fehl am Platz. Aber auch das braucht Zeit. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr verstehe ich, dass Yoga einfach spirituell IST. Was auch immer das für dich bedeuten mag. Yoga greift in dein Leben ein – positiv. Das Konzept der Gewaltfreiheit schreit förmlich nach veganer Ernährung, die Entspannungssequenzen bringen dich der Meditation näher und dann wär da noch Ayurveda.

Ashtanga Yoga oder der Muskelkater meines Lebens

Ich bin mir nicht sicher, ob es Segen oder Fluch ist: in München gibt es unzählige Studios. Ich habe schon Hot Yoga ausprobiert, für mich aber festgestellt, dass ich etwas dynamischeres will. Und dann bin ich auf Ashtanga Yoga gestoßen.

Ashtanga Yoga ist eine dynamische Form des Hatha Yoga und hat es in sich.

Die Praxis des Ashtanga Yoga besteht aus einzelnen festgelegten Serien. Übt man diese in der korrekten Reihenfolge kann man das volle Potential von Körper und Geist ausschöpfen – auf allen Ebenen, der physischen, psychischen und spirituellen. Durch die Verbindung der richtigen Atmung (Ujjayi Pranayama) mit den Körperhaltungen (Asanas) und dem Fokus (Drishti) werden Kontrolle über die Sinne und ein tieferes Bewusstsein des Selbst erlangt. Ashtanga ist eine dynamische Form des Hatha Yoga. Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit werden gleichermaßen trainiert, doch auch führt eine regelmässige Astanga Praxis zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit.
(AirYoga München)

Ashtanga Yoga war meine erste Stunde im AirYoga Studio und ich war hellauf begeistert. So sehr, dass ich noch andere Kurse ausprobieren möchte und mich dann vielleicht zu einer 10er Karte hinreißen lasse. Am Anfang war ich etwas irritiert, denn, wie oben beschrieben, ist Yoga dann doch spirituell. Die Stunde beginnt also auch mit lauter OMs. Aber dann gings los. Und offenbar waren meine Videos nicht umsonst, denn ich kam mir nicht vollkommen hilflos vor. Die Stunde war wirklich sehr dynamisch, aber jeder konnte selbst entscheiden, ob er eine Pause braucht. Das hat besonders mir als Anfängerin wirklich geholfen und auch einige erfahrene Yogis (zumindest haben sie so gewirkt), haben sich Pausen gegönnt. Für mich war die Stunde perfekt. Ich kam mir nicht total verloren vor, war aber auch nicht unterfordert. Genau das richtige Maß an Luft nach oben. Ehrlich gesagt sind manche Asanas ja für mich unvorstellbar und schon sowas wie Hexenwerk. Aber offenbar braucht alles seine Zeit.

Das Studio ist übrigens super schön eingerichtet, sehr klar, aber nicht kühl. An der Theke gibt es kostenlose Getränke – unter anderem Wasser mit Geschmack. Und hier meine ich keine Limonade. Es standen mehrere große Kannen Wasser mit Orangen- Gurken und Zitronenscheiben zur Verfügung. Und seitdem ich nun weiß, wie lecker Gurkenwasser ist, steht direkt ein großes Glas neben mir, während ich das hier schreibe. Vielleicht denkst du, dass das Studio ansich unwichtig ist, wenn der Kurs stimmt. Ich sage: Jein. Natürlich nutzt ein tolles Studio wenig, wenn der Kurs offen gesagt scheiße ist. Aber irgendwie nimmt man ja doch die Atmosphäre und die ganzen Vibes mit in den Yogaraum. Und vielleicht werd ich wirklich noch zum spirituellen Junkie, aber ich mag die ganzen Buddhas, ich mag den Geruch von Räucherkeruen, ich mag einfach diese Atmosphäre, die ich nur schwer in Worte fassen kann. Natürlich ist auch hier jedes Studio anders.

Ich hab jetzt jedenfalls richtig Lust, nicht nur Yoga im Sinne von Bewegung zu praktizieren, sondern auch tiefer in die spirituelle Seite einzutauchen. Yoga in mein Leben zu integrieren, Yoga auch abseits der Matte einen Platz geben.

Hast du schon Yogastunden besucht? Welche Stile liegen dir am meisten? Schreibs mir in die Kommentare!

Previous Post Next Post

You Might Also Like

5 Comments

  • Reply Judith 7. September 2015 at 7:48

    Hallo Conny,

    sehr schöner Beitrag! Ich finde es gerade am Anfang wichtig, mehrere Yogastile und Yogalehrer in mehreren Studios auszuprobieren um so einen Stil und Lehrer zu finden, der einem liegt.
    Na klar kann man auch Videos gucken, ich persönlich (als Yogalehrerin) würde das aber erst empfehlen, nachdem man live von einem Lehrer ein bisschen unterrichtet wurde und sich und seinen Körper schon ein bisschen kennen gelernt hat.
    Und ja: Yogastunden sind nicht billig. Zumindest wenn man in ein richtiges Studio geht und nicht einfach im Fitnessstudio von irendeinem Trainer „angeleitet“ wird.
    Dennoch ist es so, dass ein Yogalehrer von seinem Gehalt kaum leben kann. Außer er ist eben der Modelltyp, der mit Yogavideos sein Geld verdienen kann. Es ist spirituell und energetisch kein einfacher Beruf, weswegen man den auch nicht 8h am Tag machen kann um so auf ein annehmbares Gehalt zu kommen.

    Das wollte ich einfach nur gesagt haben :)

    Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß beim Yoga!

    P.S.: Ich bin ein großer Fan von Patrick Broome, der ein Studio in München hat, vielleicht hast du Lust das mal auszuprobieren :)

    • Reply Conny 7. September 2015 at 8:54

      Liebe Judith,

      danke für deinen Kommentar. Das mit dem Gehalt war mir so in der Form ehrlich gesagt gar nicht klar. Und es sieht ja für den Schüler immer so easy aus: da läuft der Yogalehrer bisschen im Raum herum, korrigiert die ein oder andere Haltung und das wars. Aber natürlich steckt da viel mehr dahinter. Und ich will mich ja über den Preis ja auch gar nicht beschweren. Viele Fitnessstudios kosten ja schließlich auch 50 Euro im Monat, da überlegt man ja oft auch nicht lang.

      Patrick Broome sagt mir was, war aber noch nicht bei ihm im Studio.

      Liebe Grüße
      Conny

  • Reply mom 12. September 2015 at 23:47

    Gerade in München gibt es ein großes und gutes Angebot und ich würde empfehlen, in unterschiedlichen Studios eine Probestunde zu machen – es gibt so viele unterschiedliche Stile, da darf man schon ausprobieren, was einem liegt! Ich habe das mit ein paar Yoga-Freundinnen gemacht, es war hochinteressant!
    Es gibt auch eine Yogamesse an einem Wochenende, wo viele unterschiedliche Yogalehrer kurze offene Stunden anbieten – da kann man sich auch einen Überblick verschaffen!
    Die Yogalehrer verdienen tatsächlich nicht prickelnd, leben können davon nur die wenigsten (ich hab eine Yogalehrerausbildung, unterrichte aber nicht – andere brauchen das Geld nötiger als ich.)
    Man kann Yoga auch mehr oder weniger spirituell betreiben – wem’s mehr um den sportlichen Aspekt geht, der findet auch Angebote vielleicht im eigenen Fitnesstudio.
    Ansonsten kann ich nur zustimmen, probiert es einfach aus!!!

  • Reply mom 12. September 2015 at 23:48

    PS: Patrick Broome hab ich auf besagter Yogamesse erlebt, die Stunde hat mir sehr gut gefallen – ist sicherlich eine gute Wahl für nicht so esoterik-affine Männer – sehr unaufgeregt, sehr fundiert, nicht touchy-feely. Super!

  • Reply Chakra? Was soll das denn bitte sein? 30. September 2015 at 7:01

    […] denkst dir jetzt wahrscheinlich: okay, ist ja alles schön und gut, aber was hat das denn jetzt mit Yoga zu tun? Ich gebe zu, so hundertprozentig ist mir das alles auch noch nicht klar, aber was ich […]

  • Leave a Reply