Wertschätzung
Hintergrund

Wertschätzung: Die Geschichte eines Apfels

Keine Angst, ich werde dich nicht dazu anstiften, dein Essen vor dem Verzehr anzubeten. Aber ein klein wenig Dankbarkeit ist da schon angebracht.

 Wertschätzung – was ist das?

Ich möchte nicht mit der Dritten Welt anfangen.

Aber sieh es mal so: wir gehen in den Supermarkt. Von jedem Produkt gibt es mehrere Variationen. Marmelade mit Kirschen, mit Himbeeren, mit Aprikosen, mit Johannisbeeren, mit Pflaumen. Weizenbrötchen. Brötchen mit Kürbiskernen, Brötchen mit Samen. Brötchen aus Roggen. Aufbackbrötchen. Fertige Brötchen aus der Backstation. In der Obst- und Gemüseabteilung gibt es Schlangengurken, Minigurken, Cherrytomaten, Strauchtomaten, Partytomaten, fertig abgepackte Tomatenmix-Schachteln.

Ich stehe manchmal davor und bin überfordert. Als ich zuhause war, wusste ich noch ganz genau was es sein soll. Und dann stehe ich vor den Regalen, die Auswahl ist riesig und ich habe plötzlich auf alles Lust.

Wenn ich dann an der Kühltheke vorbeigehe und mir ansehe, was es für Unmengen an verschiedenen Joghurts gibt: Vollfett, 3,5% Fett, ,1% Fett, mit Frucht oder ohne, mit Fruchtstücken oder ohne, Frucht schon untergemischt, Frucht als Gelee oben drauf. Kleiner Becher, großer Becher. Runder Becher, eckiger Becher. Mit Knusperzeug, ohne Knusperzeug.

Was passiert dann wohl sehr häufig? Du kaufst mehr als du brauchst. Das passiert mir auch. Ich habe immer einen Einkaufszettel, aber halte mich nicht immer dran. Und dann hab ich 2 verschiedene Tomaten daheim und frage mich: was habe ich mir dabei jetzt eigentlich gedacht?

Keine Ahnung aber viel Konsum

Bleiben wir mal beim Apfel. Denkst du eigentlich manchmal darüber nach, woher der Apfel kommt? Ich meine jetzt nicht das Anbaugebiet. Sondern wie so ein Apfel entsteht? Ich nicht. Aber es wäre bitter nötig. Da ist ein Baum, der erstmal gepflanzt werden und dann wachsen muss. Das geht nicht von jetzt auf gleich. Dieser Baum muss gesund sein, um überhaupt Früchte tragen zu können. Die Blüten müssen befruchtet werden. Dazu braucht es Bienen. Und dann wächst da ein Apfel. Aber auch das braucht Zeit. Es dauert, bis er reif ist. Dann muss ihn jemand pflücken und dann muss er transportiert werden.

Natürlich sind viele Prozesse heute automatisiert und werden von Maschinen erledigt. Aber ich wollte bewusst mal ganz zurück gehen. Dann fällt es nämlich leichter zu erkennen, wie viel Arbeit in so einem Apfel steckt. Und wie unglaublich schade es dann ist, wenn diese Äpfel weggeworfen werden weil sie entweder nicht verkauft wurden, oder weil sie zuhause im Obstkorb eine dunkle Stelle bekommen haben.

Drei Schritte für mehr Wertschätzung

  1. Iss in Ruhe und nimm bewusst den Geschmack und die Konsistenz wahr.
  2. Kaufe nur so viel, wie du wirklich brauchst. Schmeiß keine Lebensmittel weg, es sei denn, sie sind wirklich ungenießbar.
  3. Koche frisch und lerne wie du aus Restern noch etwas zaubern kannst. Kombiniere auch mal Dinge, die du normalerweise nicht zusammen essen würdest. Bei mir gab es zum Beispiel mal einen Salat aus Weintrauben, Tomaten und Tofu. Klingt komisch? War aber überraschend lecker.

Wahrscheinlich fällt uns Wertschätzung so schwer, weil wir gar keinen Bezug mehr zu unseren Lebensmitteln haben. Oder was meinst du?

 

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