Missionieren
Vegan

Mit Missionieren klappts nicht!

Wenn wir missionieren hören, dann denken wir in erster Linie wohl an die Kirche. Aber auch im Zusammenhang mit veganer Ernährung ist Missionieren ein großes Thema, wird „uns“ doch immer vorgeworfen, wir würden anderen Menschen unsere Meinung aufzwingen. Aber ist das wirklich so?

Wenn du jemanden missionierst, dann drückst du ihm deine Vorstellungen auf

Soweit ist das wohl richtig. Vielleicht ist es aber etwas anderes, Menschen von einer Religion zu überzeugen, als Menschen auf Missstände hinzuweisen. Andererseits wird der vegane Lifestyle von Außenstehenden auch schon fast als eine Art Religion wahrgenommen. Das kann mehrere Gründe haben: natürlich redet man gern über Dinge, die einen bewegen. Und wenn mich Tatsachen, wie die tägliche Qual tausender Tiere, so dermaßen ankotzt, dann kann ich einfach schlecht meinen Mund halten. Aber auch hier muss man unterscheiden: steige ich in das Thema ein, weil mich jemand danach fragt, weil jemand wissen möchte, warum ich vegan lebe, warum ich nicht „nur“ Vegetarier bin etc., dann ist es in meinen Augen nicht verwerflich, demjenigen dann auch zu sagen, warum. Was anderes ist es, wenn ich jedem, der mit mir am Tisch sitzt, sein Stück Fleisch, seinen Käse oder seinen Joghurt madig rede. Da hätte ich nämlich auch keinen Bock drauf und kann dann nur zu gut verstehen, dass das irgendwann nur noch nervt.

Und sobald jemand genervt ist, erreicht man ihn nicht mehr. Da ist die Tür zu und du kannst sagen was du willst, du redest gegen eine Wand.

Eine erzwungene Verhaltensweise ist nichts wert

Nehmen wir an, du setzt jemanden derart unter Druck und nervst ihn solange, bis er sich dazu durchringt und deinetwegen vegan isst. Natürlich trägt er dann auch dazu bei, dass die Nachfrage an Fleisch sinkt, dass weniger Tiere leiden, dass die Umwelt weniger belastet wird. Aber es kommt halt nicht von Herzen. Es ist in dem Sinne nichts wert. Weil er nicht VERSTEHT, was dahinter steckt. Es steckt kein Herzblut drin, es ist kein Wille da, sich zu engagieren, sich zu belesen, noch weiter zu gehen. Und wahrscheinlich kommst du irgendwann an den Punkt, an dem du selbst frustriert bist, weil du nämlich eigentlich nicht das erreich hast, was du erreichen wolltest.

Lust auf vegan?

Gerade am Anfang ist es oft eine Gratwanderung. Zumindest fällt es mir schwer, einfache Fragen nicht gleich in einer riesigen Diskussion ausarten zu lassen. Aber ich arbeite daran. Ich arbeite daran, weil ich nämlich nicht „Der Veganer“ sein will. Und meine Erfahrung zeigt: je weniger du davon redest, je mehr du stattdessen tust, desto mehr wirst du gefragt. Und zwar interessiert gefragt – und das ist ja genau das, was ich erreichen will. Da wird dann plötzlich nach verschiedenen Pflanzenmilchsorten gefragt, die sich als Kaffeesahne eignen. Oder nach veganen Kuchenrezepten, weil der mitgebrachte Kuchen eben so lecker war. Natürlich heißt Reismilch im Kaffee nicht, dass derjenige vegan wird.

Muss er auch nicht.

Ich bin zwar eigentlich eher vom Typ „ganz oder gar nicht“, in diesem Falle sind es aber die kleinen Schritte die zählen. Es muss nicht jeder vegan werden. In erster Linie ist es wichtig, dass viel mehr Menschen sich bewusst werden, welche Maschinerie und Industrie hinter der Massentierhaltung stecken. Und das Massentierhaltung nicht nur Fleischindustrie bedeutet, sondern eben auch Milchproduktion. Ich bin stolz auf Menschen, die noch vor ein paar Monaten ungefähr so gar nichts von veganer Ernährung gehalten, und jetzt aber einen klitzekleinen Teil ihres Alltags verändert haben. Und so hat es auch bei mir angefangen.

 

Wie hast du den Weg zur veganen Ernährung gefunden?
Oder auch: was hindert dich daran, umzusteigen? Schreib es mir in die Kommentare!

 

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