Meditation
Hintergrund

Meditation oder der Versuch nicht zu denken

Nicht zu denken wird schwierig. Besonders für jemanden wie mich, der doch so viel nachdenkt – manchmal natürlich auch vollkommen unnötig. Natürlich geht es im Grunde genommen auch gar nicht darum, überhaupt nicht zu denken, sondern vielmehr darum, die Gedanken nur wahrzunehmen und sie nicht zu bewerten oder weiter zu verfolgen.

 Meditation – der Anfang

Ich mache schon eine Weile Yoga. Wohlgemerkt daheim, nicht im Studio. Und manchmal auch nicht sonderlich konsequent. Vor allem an den Wochenenden oder im Urlaub, also immer, wenn der Tagesablauf anders ist, komme ich in Schwierigkeiten. Vor allem die Endpose, Shavasana, ist für mich eine Herausforderung, denn einfach nur so daliegen? Was man in dieser Zeit alles machen könnte…

Aber das ist der falsche Gedankenansatz.

Yoga und Meditation hängen ja irgendwie zusammen. Yoga hilft mir durchaus, Stress abzubauen und zu mir selbst zu finden. Warum also nicht auch einmal Meditation ausprobieren?

Meditation – das Gedankenkarussell in Hochform

Man soll ja klein anfangen. Also habe ich mir eine Meditations-App heruntergeladen, eine Art Timer, der dann ein Gong von sich gibt, wenn dir vorher von mir eingestellte Zeit vorbei ist. Ich startete mit einfachen 3 Minuten. Und kaum saß ich im Schneidersitz auf der Matte kreisten meine Gedanken: ich muss noch einkaufen, ich muss noch XY in die Handtasche packen, ich wollte doch noch dieses und jenes googeln usw. Dann juckt plötzlich die Nase, oder ein Haar kitzelt im Gesicht. Ganz schön viel los. Von einfach nur sitzen und nichts denken kann da nicht die Rede sein.

Eine Strategie musste her.

Ich habe also meinen Atem gezählt… einatmen 1, ausatmen 2, einatmen 3, ausatmen 4 und so weiter. Sobald ich bei 21 angekommen bin, startete ich von vorn. Das ging schon viel besser als „nur“ dazusitzen. Ab und zu schweifen die Gedanken ab. Und dann kommt die größte Herausforderung.

Meditation – ein Aufruf zur Selbstliebe

Ich sagte ja schon, dass dieses Nichtsdenken unmöglich ist. Nicht, dass ich hier der Experte bin, aber Ziel ist es, den Gedanken wahrzunehmen (wie eine vorbeiziehende Wolke) und dann wieder zum Atem zurückzukehren. Prinzipiell funktioniert das recht gut. Schwierig finde ich, die Gedanken oder das bloße Abschweifen nicht zu bewerten. Meditation soll ja entspannen, entschleunigen etc. Wenn ich mich dann innerlich aufrege, dass ich an etwas gedacht habe, zerstöre ich nicht nur die positiven Aspekte einer Meditation, ich verfolge den Gedanken auch weiter und – denke wieder.

Außerdem sind wie in unserem Alltag doch schon genug negativen Gedanken, Bewertungen und Stress ausgesetzt. Ich sehe Meditation als einen Versuch, sanft und liebevoll mit mir selbst umzugehen. Klingt leicht? Ist es nicht. Achte mal bewusst darauf, wie oft du dich an einem einzigen Tag bewertest: dein Tun, deine Gedanken, deinen Körper, dein Essverhalten, deine Leistung.

Die Regelmäßigkeit macht’s!

Ich finde die Sache mit den Gewohnheiten echt spannend. Im Urlaub habe ich viel darüber gelesen und gelernt. Funfact: du und ich, wir wissen im Grunde ja beide, wie das so ist mit den Gewohnheiten – das du etwas regelmäßig machen musst, um daraus eine Gewohnheit werden zu lassen, das du am Besten Schritt für Schritt vorgehst und vor allem, dass es Zeit braucht.

Leider bin ich von der ungeduldigen Sorte.

Und ich habe viele Dinge auf meiner Liste, die sich als Gewohnheit echt super machen würden. Das geht allerdings nach hinten los.

Auf meiner Liste stehen zum Beispiel:

  • Ölziehen
  • Yoga
  • Meditation
  • Laufen
  • Zitronenwasser trinken

Und das will ich eigentlich alles morgens machen. Yoga und Laufen natürlich im Wechsel und nicht gleichzeitig. Der Haken: das kostet Zeit. Mal abgesehen davon, dass es meinen Perfektionismus ordentlich füttert und ich das vermeiden will. Also: Gang zurück schalten und erstmal zwei Sachen aussuchen. Yoga ist schon halbwegs integriert, hier heißt es „nur“, es wirklich regelmäßig zu machen, also auch am Wochenende. Momentan steht also Meditation ganz oben.

Und wie meditierst du jetzt?

Glücklicherweise ist da nichts in Stein gemeißelt.

Zeit:
Ich meditiere direkt nach meiner Yogapraxis am Morgen. Du kannst aber auch zum Beispiel direkt nach dem Aufstehen oder direkt nach dem Zähneputzen meditieren. Oder auch direkt vorm Schlafengehen am Abend. Mitten am Tag finde ich schwierig. Da ist am meisten los, du hast vielleicht Termine, musst einkaufen, Freunde rufen an etc.

Ort:
Fangen wir mal mit dem Idealzustand an: es sollte ein ruhiger Ort sein, vielleicht sogar in der Natur. Und jetzt zum Istzustand: du solltest dich vielleicht nicht in die Küche setzen, wo ständig jemand reinkommt, die Kaffeemaschine vor sich hin blubbert oder die Spülmaschine läuft. Aber wenn du an einer Hauptstraße wohnst, dann ist es halt so. Du kannst nicht alles beeinflussen. Du kannst dein Handy lautlos machen, du kannst deinen Mitbewohnern oder deiner Familie Bescheid geben, aber die Hauptstraße wird wohl nicht verschwinden, nur weil du meditierst.

Sitzhaltung:
Ich setze mich im Schneidersitz auf meine Matte. Du kannst auch die Füße voreinander legen, statt unter das andere Knie. Und es gibt da auch noch den Lotussitz. Wichtig ist, dass du schön aufrecht sitzt und es bequem ist. Ich setze mich gern auf ein Kissen oder meinen Yogablock. Dadurch fällt es dir leichter, gerade zu sitzen. Die Hände kannst du entweder im Schoß falten oder auf den Knien ablegen, Handflächen zeigen nach oben oder unten. Da gibt es tausend Möglichkeiten.

Wie lange:
Fange wirklich klein an. 2 oder 3 Minuten reichen völlig aus zu Beginn. Dann kannst du langsam steigern. Ich bin momentan bei 5 Minuten. Manchmal fällt es mir leicht und die Zeit rast, manchmal kommt es mir wie eine Ewigkeit vor, weil mein Geist total unruhig ist.

Vielleicht setzt du dich ja nun direkt morgen früh hin, und startest deine Meditationspraxis. Erzähl mir gern davon in den Kommentaren!

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4 Comments

  • Reply Jessica 22. Juli 2015 at 19:17

    Hallo Conny,

    bei mir klappt es mit geführter Meditation sehr gut. Sagt dir das was? Das ist Meditation mit Hilfe. Ich höre mir eine Aufnahme mit einer angenehm klingenden Stimme an, die Anweisungen gibt (z.b. nacheinander in die Körperteile hineinzufühlen oder sich etwas bestimmtes vorzustellen) und ich lasse mich darauf ein. Währenddessen komme ich kaum noch dazu in irgendwelche Gedanken zu verfallen, weil ich damit beschäftigt bin das zu tun, was die Stimme sagt. Mir hilft es jedenfalls sehr gut, besonders jetzt in meiner Prüfungsphase. Vielleicht ist das ja auch was für dich?

    Meine liebsten Meditationen sind zwar sehr lang, aber ich finde sie so erholsam, dass es sich für mich sehr lohnt: https://www.youtube.com/playlist?list=PL3umatoJuZ2c–R-6oxSsCZxWLrawshwK

    Ansonsten mache ich auch einfach die klassische Yoga-Tiefenentspannung, wenn ich etwas weniger Zeit habe: http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/klassische-yoga-tiefenentspannung-ausfuhrlich/

    Liebe Grüße,
    Jessica

    • Reply Conny 23. Juli 2015 at 7:28

      Hi Jessica,

      wow, vielen Dank für die tollen Tipps!
      Geführte Meditation hab ich auch schonmal ausprobiert, aber nur so halbherzig. Vielleicht sollte ich dem Ganzen mal noch eine Chance geben.

      Liebe Grüße
      Conny

  • Reply Oliver 23. Juli 2015 at 20:58

    Hallo Conny,

    still dasitzen um zu meditieren würde bei mir nicht funktionieren. Habe aber meine eigene Art der Meditation gefunden. Ein schöner langer langsamer Lauf. Für mich die einfachste Art das Hirn mal abzuschalten und über nichts nachzudenken. Für mich Entspannung pur, die Ruhe der Natur, die gleichmäßige Bewegung. Das führt stellenweise so weit das ich hinterher nachdenken muss wo ich eigentlich langgelaufen bin….. Würde sagen: voll entspannt 😉

    Viele Grüße
    Oliver

    • Reply Conny 23. Juli 2015 at 21:11

      Hi Oliver,
      na das klingt doch mal super! An diesen Punkt bin ich beim Laufen bisher leider noch nicht gekommen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Dazu müsste ich allerdings erstmal wieder laufen gehen 😉

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