Hintergrund

Gelantineklärung, Etikettenkleber und kompostierbare Plastik

Heute will ich mal auf drei Dinge eingehen, die für sich allein keinen ganzen Beitrag füllen würden, die aber doch recht interessant sind. Besonders für diejenigen, die noch “Neuveganer” sind.

Gelantineklärung
Wie oft hab ich mich gefragt, was es denn nun mit der Klärung von Alkohol, Säften und Co auf sich hat. Wie das genau funktioniert. Und wie streng ich da sein möchte, denn die Gelantine wird ja wieder entfernt. Und warum wird überhaupt ein Getränk geklärt? Weil sich natürliche Trübstoffe in der Flasche absetzen – das sieht nicht nur optisch wenig schön aus, es kann auch Geschmack und Haltbarkeit beeinflussen. Um dies zu verhindern, werden die Trübstoffe herausgefiltert. Dafür wird oft Gelantine verwendet, manchmal auch Fischblase, Eiklar (Ovalbumin) oder Kasein. Die negativ geladenen Schwebeteilchen werden von den positiv geladenen Schönungs-Mitteln angezogen. Das Schönungs-Mittel, also zum Beispiel die Gelantine, wird zwar nach dem Prozess mitsamt den Trübstoffen wieder entfernt, jedoch können durchaus kleinste Restmengen zurückbleiben. Jetzt kann sich natürlich jeder für sich fragen, ob er dann das Endprodukt noch als vegan bezeichnet, weil im Grunde der tierische Stoff ja herausgefiltert wird, oder ob man es grundsätzlich ablehnt, weil ja “Tier” zum Einsatz gekommen ist.

Etikettenkleber
Früher hat man für Etiketten häufig Knochenleim verwendet. Heute wurde dieser durch kaseinhaltigen Leim ersetzt. Kasein ist eine Proteinmischung, die aus Milch gewonnen wird. Es gibt aber durchaus Alternativen: der Hersteller Zwergenwiese benutzt so zum Beispiel einen Kleber auf Stärkebasis, der somit als 100% vegan gilt. Auch Voelkel benutzt kein Kasein und auch keine anderen tierischen Substanzen für seine Etiketten.

Kompostierbare Plastik
Bei Verpackungen, die als “Bioplastik” gekennzeichnet sind, handelt es sich um einen Kunststoff, der aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird. Allerdings ist noch unklar, ob sich dieser Kunststoff auch genau wie eine Pflanze abbaut. Als kompostierbar deklarierte Plastik kann sich zu Kompost aufzulösen. Allerdings braucht es dafür spezielle Kompostieranlagen. Das Problem dabei ist, dass die herkömmlichen Kompostieranlagen nicht zwischen konventionell hergestelltem Plastik und Biokunststoffen unterscheiden können.
…vielleicht wäre die Lösung, als Konsument auf Plastik weitesgehend zu verzeichten, egal ob nun kompostierbar oder nicht. Allerdings ist das nicht so einfach. Überall ist Plastik. Plastikflaschen, Teebeutel einzeln nochmal in Plastikfolie, verpacktes Gemüse/Obst usw.

Wie haltet ihr es? Besonders was die Etiketten und die Gelantineklärung angeht?

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1 Comment

  • Reply Eileen 7. Februar 2015 at 19:24

    Huhu,
    bei Getränken achte ich schon drauf, ob die vegan geklärt wurden. Es gibt im Internet schon einige Listen. Ich habe aber bei den Herstellern, bei denen es mich am meisten interessiert, nochmal selbst nachgefragt. Ich habe auch mal in einer Reformhauszeitschrift gelesen, dass Bioprodukte (Säfte, Essig) nicht mit Gelatine geklärt werden. Ob das stimmt weiß ich allerdings nicht genau.
    Im Zweifelsfall z.B. Restaurant trinke ich immer Wasser, obwohl ich das so pur eigentlich gar nicht mag.
    Bei Etiketten achte ich bisher nicht drauf. Vlt. schau ich demnächst mal, ob ich eine Liste finde, sodass ich nicht überall nachfragen muss.
    Plastikmüll nervt mich gewaltig. Leider fällt der bei uns im Haushalt haufenweise an. Aber ich habe mir vorgenommen, dass ich jetzt wieder öfter in den Bioladen fahre und Biogemüse nicht im Supermarkt kaufe. Dort ist es meistens mit extra Plastik verpackt. Wenn ich mal unterwegs was kaufe, sage ich aber meistens, dass ich keine Tüte brauche, denn einen Beute oder ne Tasche habe ich fast immer dabei.
    liebe Grüße, Eileen

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