Food Combining
Vegan

Food Combining – die Lösung für Blähbauch und Co?

Vielleicht hast du ja schonmal was davon gehört, dass z.B. Spinat mit Kartoffeln und Ei ein ideales Essen ist. Warum? Weil der Körper diese Kombination aus Gemüse, Kohlenhydraten und Protein besonders gut verwerten kann. Nun lebe ich vegan und deshalb fällt das Ei weg.

Besonders in der rohköstlichen Ernährung wird viel Wert auf Food Combining gelegt. Hast du dich schonmal gefragt, warum du dich dick und aufgebläht fühlst, wenn du nach dem Mittagessen einen Apfel als Nachtisch isst? Oder warum du dich manchmal scheinbar ohne Grund plötzlich total voll und unwohl fühlst?

Natürlich ist nicht jeder Mensch und jeder Körper gleich. Einige von uns können alles wild in sich hinein schaufeln ohne auch nur die kleinsten Beschwerden. Andere wiederum müssen da schon etwas mehr Acht geben.

Food Combining kann dir helfen. Du musst dich dabei nicht starr an die Regeln halten. Sieh es als eine Art Wegweiser. Und gerade wenn du mit Problemen wie Blähbauch und Völlegefühl kämpfst, solltest du die ein oder andere „Regel“ vielleicht mal genauer betrachten.

Was ist Food Combining?

Food Combining zeigt dir, welche Lebensmittel zusammen gegessen werden sollten und welche lieber nicht. Auch die Reihenfolge der Nahrungsmittel gilt dabei zu beachten. Das ist wahrscheinlich wirklich vor allem in der rohköstlichen Ernährung wichtig, aber auch alle anderen Ernährungsweisen können davon profitieren.

Ich bin kein Freund von Regeln und schon gar nicht, wenn es um Ernährung geht. Deshalb will ich nochmal ganz deutlich sagen:

Iss das, was dir gut tut!

Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen, so ein ständiger Blähbauch ist echt nervig. Und wenn man dann noch von Arzt zu Arzt rennt und zahlreiche Unverträglichkeiten testen lässt und gar nichts dabei heraus kommt – die Probleme aber weiterhin existieren – dann kann das sehr frustrierend sein.

Und gerade in solchen Fällen kann es nicht schaden, sich mal genauer mit Food Combining auseinander zu setzen. Vielleicht kommst du dann der Ursache auf die Spur.

Die richtige Kombi machts!

Vielleicht hast du ja schonmal etwas davon gehört, dass man entweder vor oder nach einer Mahlzeit etwas trinken soll und nicht zwischendurch. Das liegt daran, dass die Flüssigkeit die Magensäfte wegspült und dann die Verdauung natürlich nicht effizient arbeiten kann. Als Zeitfenster zum Trinken kannst du dir merken: 20-30 Minuten VOR dem Essen oder 1,5-2h NACH dem Essen.

An diese Regel halte ich mich zum großen Teil auch. Ich trinke vor den Mahlzeiten, zwischendurch nie. Aber ich warte meist keine 1,5h danach. Das ist mir zu lang. Aber ich habe auch festgestellt, dass ich mich, wenn ich direkt nach dem Essen etwas trinke, total voll fühle und das geht dann mehrere Stunden nicht weg.

Du magst Wassermelone? Ich auch. Gerade an heißen Sommertagen gibt es nichts Besseres. Die Wassermelone hat allerdings einen sehr hohen Wasseranteil (wie der Name ja bereits vermuten lässt). Dadurch verdaut sie sich extrem schnell, man geht von etwa 30 Minuten aus. Wenn du aber vorher schon etwas gegessen hast, dann kann die Wassermelone nicht gleich verdaut werden, sondern ist quasi in Wartestellung, bis die anderen, schwerer verdaulichen Nahrungsmittel, verdaut sind.

Was dabei passiert? Die Melone fängt an zu gären und es entstehen Alkohol und Gase. Gerade wenn du einen empfindlichen Magen hast, empfehle ich dir: Genieße deine Wassermelone am Besten zum Frühstück auf nüchternen Magen.

Generell ist Obst kein guter Nachtisch – wie es so oft gesagt wird. Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Wassermelone. Obst kann sehr schnell verdaut werden im Gegensatz zu anderen Nahrungsmitteln. Es entsteht also auch hier ein Stau, das Obst fängt an zu gären und schon hast du deinen Blähbauch.

Auch die Kombination von Zucker und Eiweiß ist nicht so gut. Allerdings bin ich hier anderer Meinung, zumindest macht es mir keine Probleme. Aber ich will dir diese Regel trotzdem nicht vorenthalten:

Zuckerhaltige Lebensmittel, wie zum Beispiel Obst, benötigen zur Verdauung eine basische Umgebung. Eiweißhaltige Lebensmittel hingegen brauchen eine saure Umgebung. Du merkst schon, wo das Problem liegt, oder? Als schlechte Kombinationen gelten demnach Obst+Nüsse oder Obst und Ölsaaten.

Wie gesagt, ich kann dem nicht zustimmen. Gerade in meinem Oatmeal verwende ich IMMER Obst mit Nüssen und habe nie Probleme.

Außerdem sollten süße Früchte nicht unbedingt mit sauren Früchten (Zitronen, Kiwis, saure Beeren) kombiniert werden. Bei der Verdauung benötigen diese nämlich andere Verdauungssäfte. Du kannst aber gut süße Früchte mit halbsüßen, wie zum Beispiel mit Äpfeln kombinieren. Auch saure Früchte passen gut zu halbsüßem Obst.

Aber auch hier gilt: höre auf deinen Körper, er wird dir sagen, was er gut findet und was nicht.

Ich bin ja ein echter Avocado-Junkie. Allerdings solltest du nicht mehrere Arten von Fetten (Nüsse, Samen, Oliven und die geliebte Avocado) gleichzeitig zu dir nehmen. Warum? Fettreiche Lebensmittel sind für den Körper sowieso schon schwer zu verdauen. Wenn du ihm nun noch zwei verschiedene fettreiche Lebensmittel gibst, dann kann das zu einem niedrigen Energielevel und Verdauungsstörungen führen.

Wie du das Beste aus deiner Ernährung rausholen kannst

Hier noch ein paar Empfehlungen, die zwar irgendwo auch etwas mit Food Combining zu tun haben, aber nicht so, wie soll ich sagen, starr zu verstehen sind.

  • Bohnen und Vitamin C
    Bohnen enthalten viel Eisen und Eisen ist ein wichtiger Nährstoff. Allerdings kann der Körper pflanzenbasiertes Eisen nicht ganz so gut aufnehmen. Aber auch hier gibt es einen kleinen Trick: kombiniere Bohnen mit Lebensmitteln, die reich an Vitamin C sind. Das kann Zitronensaft sein, aber auch Grünkohl, Paprika, Mango oder Süßkartoffeln.
  • Go for Zimt!
    Also damit hab ich ja nun echt keine Probleme. Ich mache überall Zimt ran, wo es geht. Besonders gern an mein Oatmeal. Zimt schmeckt nämlich nicht nur gut, sondern ist auch sehr gesund: er reguliert den Blutzuckerspiegel. Zimt regt außerdem die Darmtätigkeit an und kann Blähungen und Völlegefühlen vorbeugen.Allerdings macht auch hier die Dosis das Gift: nicht übertreiben! In manchen Sorten findet sich nämlich der Stoff Cumarin, der bei zu hoher Dosierung zu Leberschäden führen kann. Gegen etwa 1 TL Zimt am Tag ist aber nichts einzuwenden.
  • Reis und Bohnen
    Diese Kombi findest du in so ziemlich allen Küchen dieser Erde. Der Grund dafür ist nicht nur, dass es super schmeckt – die Aminosäuren beider Lebensmittel ergänzen sich perfekt, weshalb du besonders gut vom Protein profitieren kannst. Und wenn du dann noch ein bisschen Zitronensaft über die Bohnen gibst… perfekt!
  • Grüner Tee
    Ich erzähl dir sicher nichts Neues, wenn ich sage: grüner Tee ist gesund. Er enthält viele Antioxidantien, die gegen freie Radikale und andere Umweltgifte schützen können.
  • Leinsamen
    Nicht nur, dass Leinsamen ein super Ersatz für Eier beim Backen sind, sie enthalten auch sehr viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Damit diese vom Körper richtig aufgenommen werden können, sollten die Leinsamen gemahlen werden – du kannst aber auch einfach bereits gemahlene Leinsamen kaufen. Leinsamen machen sich übrigens auch super in deinem Müsli oder Smoothie.

 

Puh. Das waren jetzt ganz schön viele Regeln, was? Aber keine Sorge, vieles machst du sicher schon intuitiv richtig. Ich will das auch nicht in Stein gemeißelt wissen – ich bin keine Ernährungsberaterin und habe mir das selbst angelesen, gut möglich, dass ich nicht die ganze Wahrheit erzählt habe bzw. mir ein paar ernährungswissenschaftlich falsche Formulierungen untergerutscht sind.

Und Food Combining hin oder her – Essen soll Spaß machen.

Wenn du noch ein bisschen weiterlesen magst:
8 Lebensmittelkombinationen
Blähbauch verhindern
Wertvolle Kombinationen für Veganer (und auch alle anderen)

 

Wie stehst du zum Food Combining?
Was ist deine liebste Kombi?
Hast du Tipps gegen Blähbauch und Co?
Schreib es mir in die Kommentare!

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